Kein Zwanni

Zum Auswärtsderby 2010/2011 erhöhte unser Rivale aus Gelsenkirchen die Ticketpreise um bis zu 50 Prozent, erstmals überschritten Preise für eine Stehplatzkarte die 20-Euro-Grenze. Ein Aufschrei der Entrüstung ging durch die schwarzgelbe Fanszene und so beschloss innerhalb kürzester Zeit ein überwältigender Teil der aktiven Fanclubs und Gruppen das Spiel zu boykottieren und sich zur Faninitiative "Kein Zwanni für nen Steher - Fußball muss bezahlbar sein" zusammen zu schließen.
Nach anfänglicher Skepsis, den Rivalen lediglich schlecht dastehen und an der eigentlichen Thematik vorbei zu agieren, beteiligten sich nach und nach immer mehr Gruppen aus ganz Deutschland an der Aktion - wohl wissend, dass das Thema "Überhöhte Ticketpreise" ganz Fußballdeutschland angeht. Hinzu kam, dass immer mehr Vereine und Fanszenen in der vergangenen Saison mit überteuerten Ticketpreise konfrontiert wurden.
Mehrmals konnten durch das unermüdliche Engagement verschiedener Fans aus München, Köln, Hamburg und Dortmund verschiedene Erfolge für das Kein Zwanni-Bündnis gefeiert werden. So reagiert der Hamburger Sportverein, als unrühmlicher Spitzenreiter im Bereich teurer Tickets, auf die Boykottdrohungen aus Dortmund und bot Gespräche zur Preisgestaltung in der neuen Saison an. Gleich zu Saisonbeginn sahen sich Dortmunder Fußballfans erneut unverhältnismäßig hohen Kartenpreisen ausgesetzt, der Drittligist aus Sandhausen verlangte für das Pokalspiel bis zu 50 Euro und damit 100 Prozent mehr als an normalen Ligaspielen. Auch die Stehplätze sollten, ohne Vorverkaufs- und Versandgebühr, 18 Euro kosten. Auf erneute Boykottdrohungen reagierte der Verein und senkte die Ticketpreise auf immer noch hohe 15 Euro. Viele leere Sitzplätze und ein nicht-ausverkauftes Stadion bestraften für die hohen Sitzplatzpreise.
Der wohl größten Erfolg der Kampagne wurde nach Saisonbeginn erreicht. So kündigte der BVB wenige Tage nach dem Eröffnungsspiel an, in Zukunft keine Topspielzuschläge mehr für die 2905 Stehplatztickets im Gästebereich des Stadions zu verlangen. Ein vorbildlicher Schritt in die richtige Richtung, setzen auch wir in Dortmund immer wieder "gerne" unpopuläre Ticketpreis-Markten (so mussten Fans aus München, Gladbach, Bremen oder Gelsenkirchen letzte Saison ebenfalls unverhältnismäßig hohe 19 Euro für einen Stehplatz hinlegen). Gerade Auswärtsfans sind durch Anfahrtskosten und zeitintensiver Anreise schon genug belastet, da braucht es nicht auch noch extra hohe Eintrittspreise für ein Spiel, dass für die Gastgeber möglicherweise ein Topspiel sein mag, für die Gäste aber oft nur ein ganz normales Bundesligaspiel darstellt.
Auch die BVB Fanabteilung unterstützte das Kein Zwanni-Bündnis von Beginn an, half beim Boykott in Gelsenkirchen und engagiert sich bis heute mit mehreren Mitgliedern aktiv an weiteren Aktionen und dem Kampf für faire Ticketpreise.
Fußball muss bezahlbar sein!
Eure
BVB | FANABTEILUNG
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